Unser Leitbild: Akzeptanz von Verschiedenheit

Akzeptanz von Verschiedenheit ist die soziale Basis des gemeinsamen Lebens und des gemeinsamen Unterrichts von Schülerinnen und Schüler in einer integriert arbeitenden Schule.

Für alle am Erziehungsprozess Beteiligten thematisiert sich hier besonders die Wahrnehmung eigener Toleranzgrenzen und möglicherweise deren Veränderung.

Das Kennenlernen dieser Verschiedenheit, gegenseitiger Respekt, die Wahrnehmung von Möglichkeiten und Grenzen aller Schülerinnen und Schüler und der Erwachsenen in der Schule und der Umgang damit sowohl in den Lerngruppen als auch in der gesamten Schulgemeinde sind Voraussetzungen für einen Prozesses der Entwicklung dieser Akzeptanz.

In gleicher Weise gefordert ist der Respekt vor den Rechten der anderen.

Wir verstehen uns als pädagogische Alternative zum dreigliedrigen Schulsystem, das auf frühzeitige Trennung der Schülerinnen und Schüler nach Leistung setzt und damit den gemeinsamen Unterricht von  Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher sozialer und oft auch kultureller Herkunft ausschließt.

Gemäß dem Anspruch einer Integrierte Gesamtschule sehen wir es als unseren pädagogischen Auftrag an, alle uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen möglichst lange gemeinsam zu erziehen und zu unterrichten, seien sie

  • unterschiedlicher nationaler und kultureller Herkunft,
  • unterschiedlicher sozialer Herkunft,

  • unterschiedlichen Geschlechts,

  • ausgestattet  mit unterschiedlichem Leistungsvermögen und unterschiedlichen  Interessen.

    Dem entsprechend  wollen wir deshalb durch die Gestaltung des Lernumfelds Schule Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen zu schaffen:

    •  Wir achten darauf, dass Lernprozesse in einem Umfeld stattfinden können, in dem sich die Schülerinnen und Schüler wohlfühlen. Sie werden angeregt sich dieses Umfeld anzueignen, indem sie es selbst mitgestalten (Stammraumprinzip, Klasse als Lernwerkstatt, Klassenraumgestaltung).
    • Wir achten darauf, dass Lernprozesse möglichst lange gemeinsam von allen Schülerinnen und Schülern gemacht werden können, d.h. wir verzichten, soweit dies möglich ist darauf, die Schülerinnen und Schüler räumlich getrennt nach ihrem Leistungsvermögen zu unterrichten. Auch die Trennung nach Neigung bieten wir nur dort an, wo es uns im Interesse der Schülerinnen und Schüler sinnvoll erscheint (Binnendifferenzierung zugunsten von äußerer und Neigungsdifferenzierung).
    • Wir achten darauf, dass Schülerinnen und Schüler möglichst stabile Beziehungen untereinander und zu ihren Lehrerinnen und Lehrern aufbauen können, indem wir die Lerngruppen stabil halten und den Schülerinnen und Schülern möglichst wenige Lehrer über einen möglichst langen Zeitraum zuordnen (konzentrierter Lehrereinsatz mit fachfremdem Unterricht in den unteren Jahrgängen anstelle von reinem Fachlehrerunterricht).
    • Wir legen Wert darauf, dass unsere Didaktik und Methodik des Unterrichtens so aufgebaut ist, dass Schülerinnen und Schüler in die Gestaltung von Lernprozessen einbezogen sind (offene Lehr- und Lernformen). Wir fördern individualisiertes, handlungsorientiertes und projektorientiertes Lernen anstelle des herkömmlichen lernens im Frontalunterricht.

    • Wir kooperieren als Lehrer im Team einer Lerngruppe, damit Schülerinnen und Schüler die Vorteile solchen Arbeitens erleben können.

    Nicht zuletzt geht es uns auch darum, den Schülerinnen und Schülern die Lust am Lernen zu vermitteln, indem wir ihnen dabei helfen, das Lernen zu erlernen.Neben dem Ziel der Wissensvermittlung stehen für uns vorrangig folgende Erziehungsziele:

    • Erziehung zur Individualität und Gruppenfähigkeit,

    • Erziehung zur Selbständigkeit und Eigenverantwortlichkeit,

    • Erziehung zur Toleranz und Akzeptanz des Anderen und Fremden.

    • Erziehung zum Respekt vor den Rechten des anderen

    Seit 1989 haben wir begonnen - zunächst in zwei Lerngruppen pro Jahrgang - behinderte Kinder zu integrieren, die bisher nur in einem eigenständigen Schultyp, der Förderschule, zusammengefasst  waren. Wir haben mit diesem Schritt konsequent den Ansatz der Integrierten Gesamtschule weitergeführt und so unsere Schule tatsächlich für alle Kinder geöffnet. Inzwischen bilden wir pro Jahrgang vier Lerngruppen, in denen Gemeinsamer Unterricht stattfindet.

    Der Gemeinsame Unterricht ist wesentlicher und durchgängiger Bestandteil unserer Pädagogik. Darum ist unsere Schule nach dem Prinzip der Partnerklassen organisiert, dabei arbeiten  jeweils eine GU-Klasse und eine Regelklasse in enger Verbindung und Kooperation.

    Der Gemeinsame Unterricht von behinderten und nicht behinderten Schülerinnen und Schülern steht in der Tradition unseres Erziehungszieles, die Kinder und Jugendlichen zu Toleranz und Akzeptanz gegenüber der Verschiedenheit des Anderen und Fremden zu erziehen.

    Vor dem Hintergrund einer gesellschaftlichen Entwicklung, in der immer wieder Minderheiten bzw. Randgruppen ausgegrenzt und verfolgt werden, leistet der Gemeinsame Unterricht einen wichtigen Beitrag, der es Menschen mit Behinderungen leichter macht, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Der Tendenz zur Ausgrenzung, Isolierung, Diskriminierung und Verfolgung auch von anderen Minderheiten wird damit entgegengesteuert.